# Perplexity für GU und TU

> Wofür Perplexity bei General- und Totalunternehmern taugt: Bauherren und Subunternehmer öffentlich prüfen, Bauprodukte und Lieferlage recherchieren. Mit Quelle, aber ohne Bonitätsauskunft.

- Kategorie: AI tools by industry
- Autor: Robert Schröder
- Letzte Prüfung: 2026-09-23
- Basis: SAITS-Eigentext · Perplexity Help Center (Enterprise, Datenerhebung), Perplexity API-Dokumentation, Stand September 2026
- URL: https://saits.ai/wissen/perplexity-fuer-gu-tu

Wofür Perplexity bei General- und Totalunternehmern taugt: Bauherren und Subunternehmer öffentlich prüfen, Bauprodukte und Lieferlage recherchieren. Mit Quelle, aber ohne Bonitätsauskunft.

## 01 Kurz gesagt

Perplexity ist ein Recherchewerkzeug, das zu jeder Aussage die Quelle nennt. Ein GU oder TU braucht solche Recherchen an zwei Stellen: bevor er sich an einen Bauherrn oder einen Subunternehmer bindet, und wenn ein Bauprodukt, ein Hersteller oder eine Lieferfrist geklärt werden muss. Perplexity liefert dafür eine belegte erste Übersicht aus öffentlichen Quellen. Bonität, Normtexte und die Vergabeentscheidung liefert es nicht.

## 02 Wo ein GU recherchiert, ohne es so zu nennen

Wer einem Bauherrn eine Offerte über ein Mehrfamilienhaus macht, will wissen, mit wem er es zu tun hat. Wer einen neuen Subunternehmer für die Fassade vergibt, ebenso. Dazu kommt die Frage nach Material: Welches Produkt erfüllt die Anforderung, gibt es eine Alternative, wie steht es um die Lieferfristen. Diese Recherchen laufen heute nebenher, meist über eine Suchmaschine und viele offene Tabs. Sie gehören zur Arbeit zwischen Ausschreibung und Vergabe, die in [Die fünf Zeitfresser bei Bauunternehmen](/wissen/zeitfresser-bauunternehmen) beschrieben ist.

Im [Vergleich von Claude, ChatGPT, Copilot und Mistral](/wissen/vergleich-claude-chatgpt-copilot-mistral) fehlt Perplexity, weil es keine Dokumente des GU verarbeitet. Es sucht draussen. Die Arbeit in Postfach und Projektablage beschreibt [Microsoft 365 Copilot für GU und TU](/wissen/copilot-fuer-gu-tu).

## 03 Aufgabe 1: den Bauherrn vor der Offerte einordnen

Bei einem neuen Bauherrn stellt Perplexity zusammen, was öffentlich zu finden ist: Eintrag im Handelsregister mit Zweck, Sitz und Zeichnungsberechtigten, bisherige Projekte laut eigener Website und Presse, Berichte über Streitigkeiten oder Verzögerungen bei früheren Bauvorhaben. In der Schweiz sind Handelsregister und Handelsamtsblatt öffentlich, in Deutschland das Handelsregister und die Insolvenzbekanntmachungen. Alles kommt mit Link.

Die Grenze: Öffentlich heisst nicht vollständig. Betreibungen, Zahlungsmoral und offene Forderungen stehen nicht im Web. Dafür braucht es den Betreibungsauszug oder eine Wirtschaftsauskunft. Und ein Zeitungsbericht über Streit sagt noch nicht, wer im Recht war.

## 04 Aufgabe 2: einen neuen Subunternehmer prüfen

Vor der ersten Vergabe an einen Unternehmer, den niemand im Haus kennt, liefert Perplexity dieselbe Übersicht: Handelsregister, Gründungsdatum, Wechsel in der Geschäftsführung, Publikationen zu Konkursen oder Nachlassstundungen, Referenzen auf der eigenen Website. Veränderungen, die auf ein Risiko hindeuten, werden sichtbar, etwa ein Sitzwechsel kurz nach einer Umfirmierung.

Die Grenze: Ob ein Unternehmer Mindestlöhne einhält und Sozialabgaben bezahlt, weiss eine Websuche nicht. Dafür gelten die Nachweise, die der GU nach Gesamtarbeitsvertrag und Solidarhaftung ohnehin verlangen muss. Perplexity ersetzt diese Nachweise nicht, es sagt nur, wo man genauer hinschauen sollte.

## 05 Aufgabe 3: Bauprodukte und Alternativen recherchieren

Die Ausschreibung nennt ein Produkt „oder gleichwertig“, der Unternehmer bietet ein anderes an. Perplexity sucht die technischen Merkblätter beider Produkte beim Hersteller, fasst die Kennwerte zusammen und verlinkt die Datenblätter, Leistungserklärungen und Zulassungen, soweit sie öffentlich sind. Der Projektleiter sieht auf einen Blick, wo die Unterschiede liegen könnten.

Die Grenze: Gleichwertig ist ein Begriff mit vertraglichen Folgen. Ob ein Produkt es ist, entscheidet der Fachplaner anhand der Datenblätter, nicht anhand einer Zusammenfassung. Und Normtexte, etwa die SIA-Normen oder DIN-Normen, sind meist kostenpflichtig und nicht frei im Web.

## 06 Aufgabe 4: Lieferlage und Marktnachrichten verfolgen

Lange Lieferfristen für Fenster, Aufzüge oder Elektroverteilungen schlagen auf den Terminplan durch. Über die Schnittstelle von Perplexity lässt sich die Suche auf ausgewählte Seiten beschränken, etwa Fachmedien und Verbände. Ein Workflow fragt sie in festen Abständen zu den Gewerken ab, die in laufenden Projekten kritisch sind, und schickt eine kurze Übersicht mit Links an die Projektleitung.

Die Schnittstelle gibt zu jeder Antwort die Liste der Quellen mit Titel, Link und, soweit bekannt, Datum zurück. Der Workflow nutzt das Datum, um Meldungen, die älter als die letzte Übersicht sind, gar nicht erst aufzunehmen. So liest die Projektleitung jede Woche nur, was neu ist, und nicht dieselbe Branchennachricht zum dritten Mal.

Die Grenze: Nachrichten über Lieferengpässe sind allgemein. Was für die eigene Bestellung gilt, sagt nur der Lieferant. Die Übersicht ist Anlass für einen Anruf, nicht Grundlage für eine Behinderungsanzeige.

## 07 Wo Perplexity für einen GU aufhört

Bei der Bonität. Ohne Betreibungsauszug oder Wirtschaftsauskunft gibt es keine belastbare Aussage über Zahlungsfähigkeit.

Beim Leistungsverzeichnis. Ein Devis im SIA-451-Format oder eine GAEB-Datei liegt beim GU, nicht im Web. Auslesen und Abgleichen mit der Kalkulation ist ein eigener Ablauf mit einem Modell, das die Fundstelle nennt.

Bei Ausschreibungsunterlagen hinter einem Login. Was auf Vergabeplattformen erst nach Anmeldung zugänglich ist, findet eine Websuche nicht.

Bei Personen. Recherchen über einzelne Mitarbeitende von Bauherren oder Subunternehmern bauen wir nicht.

## 08 Datenstandort: die Anfrage als Information

Eine Recherche über einen Bauherrn verrät, dass man ein Angebot vorbereitet. Eine Recherche über einen Subunternehmer, dass man ihm vielleicht einen Auftrag gibt. Beides ist nicht geheim, aber auch nichts, was in einem privaten Konto eines Mitarbeitenden liegen sollte. Projektnamen, Angebotssummen und Kalkulationen gehören nicht in die Anfrage, sie braucht es für die Recherche auch nicht.

Perplexity AI hat seinen Sitz in den USA, was das heisst, steht in [US-Anbieter und Datenstandort](/wissen/datenstandort-und-us-anbieter). Bei Enterprise-Konten werden die Daten nach Angaben von Perplexity nicht zum Training verwendet, und Perplexity hat dafür eine Prüfung nach SOC 2 Typ II. Bei privaten Konten der Pläne Free, Pro und Max entscheidet die Einstellung „AI data retention“, ob Anfragen zur Verbesserung verwendet werden. Sie ist standardmässig eingeschaltet.

## 09 Was der Betrieb voraussetzt

- **Ein Firmenkonto oder die Schnittstelle** für Recherchen über Partner.
- **Eine Checkliste für neue Partner**, in der die Recherche ein Schritt ist und Betreibungsauszug, Versicherungsnachweis und GAV-Bestätigung eigene Schritte bleiben.
- **Eine Liste der Fachquellen** für die Beobachtung der Lieferlage.
- **Eine Regel, was nicht in Anfragen gehört**: Kalkulation, Angebotssummen, Projektnamen vor der Vergabe.
- **Eine interne Richtlinie** für das ganze Unternehmen. Eine Vorlage steht in [Was in eine interne KI-Richtlinie gehört](/wissen/ki-richtlinie-vorlage).

## 10 Perplexity im Ablauf des GU

Wird im ERP oder CRM ein neuer Bauherr oder Subunternehmer angelegt, stösst der Workflow die Recherche über die Schnittstelle an und legt das Ergebnis mit Links in der Akte ab. Die Checkliste zeigt, welche Nachweise noch fehlen. Die Beobachtung der Lieferlage läuft wöchentlich für die Gewerke, die im Terminplan kritisch sind. Die übrigen Abläufe, von der Ausschreibung bis zur Rechnung, stehen auf [KI für Bauunternehmen, GU und TU](/branchen/bauunternehmen). Womit wir das bauen, steht in [Was ist n8n](/wissen/was-ist-n8n).

## 11 Was beim GU bleibt

Mit wem man baut und welchem Unternehmer man einen Auftrag gibt. Perplexity liefert, was öffentlich ist, die Geschäftsleitung trägt das Risiko.

## 12 Häufige Fragen

### Ersetzt Perplexity eine Wirtschaftsauskunft?

Nein. Es findet öffentliche Einträge und Berichte. Zahlungsfähigkeit und Betreibungen stehen nicht im Web.

### Kann Perplexity sagen, ob ein Produkt gleichwertig ist?

Es stellt die Datenblätter nebeneinander. Das Urteil über die Gleichwertigkeit gehört dem Fachplaner.

### Findet Perplexity öffentliche Ausschreibungen für uns?

Die Übersichtsseiten der Plattformen teilweise, die Unterlagen hinter dem Login nicht. Für die laufende Suche nach Ausschreibungen bauen wir einen eigenen Ablauf direkt an den Plattformen.

### Wer darf im Unternehmen damit recherchieren?

Das regelt die interne Richtlinie. Wichtig ist, dass es über ein Firmenkonto läuft und niemand Kalkulationen in eine Anfrage kopiert.

## Quellen

- Perplexity: [How Perplexity Enterprise Pro Keeps Your Data Secure](https://www.perplexity.ai/hub/blog/how-perplexity-enterprise-pro-keeps-your-data-secure)
- Perplexity Help Center: [Data Collection at Perplexity](https://www.perplexity.ai/help-center/en/articles/11564572-data-collection-at-perplexity)
- Perplexity API: [Sonar Core Features](https://docs.perplexity.ai/docs/sonar/features)
- Perplexity API: [Search Domain Filter](https://docs.perplexity.ai/guides/search-domain-filters)
