# Gemini für Immobilienmakler

> Wofür Gemini im Maklerbüro taugt: Objektfotos und Rundgangvideos in Menge sichten, ordnen und prüfen, bevor etwas veröffentlicht wird. Und wo es nicht hingehört.

- Kategorie: KI-Werkzeuge nach Branche
- Autor: Robert Schröder
- Letzte Prüfung: 2026-09-23
- Basis: SAITS-Eigentext · Google AI for Developers (Bild- und Videoverständnis, Nutzungsbedingungen), Google Workspace Privacy Hub, Stand September 2026
- URL: https://saits.ai/wissen/gemini-fuer-makler

Wofür Gemini im Maklerbüro taugt: Objektfotos und Rundgangvideos in Menge sichten, ordnen und prüfen, bevor etwas veröffentlicht wird. Und wo es nicht hingehört.

## 01 Kurz gesagt

Gemini ist das Modell, das wir einsetzen, wenn viele Bilder oder Videos ausgewertet werden müssen. Im Maklerbüro ist das das Bildmaterial eines Objekts: Dutzende Fotos pro Wohnung, dazu Rundgangvideos und Handyaufnahmen von der Erstbesichtigung. Gemini sortiert, beschreibt und prüft dieses Material, bevor es ins Exposé und auf die Portale geht. Den Text zu den Unterlagen, den Preis und die Bildbearbeitung übernimmt es nicht.

## 02 Warum gerade das Bildmaterial

Beim Exposé kostet nicht das Fotografieren Zeit, sondern was danach kommt. Aus einem Ordner mit sechzig Aufnahmen müssen die richtigen zwanzig ausgewählt, nach Räumen geordnet und beschriftet werden. Dabei fällt auf, dass das Bad fehlt oder dass auf zwei Fotos noch Familienbilder der Verkäufer an der Wand hängen. Das ist Sichtarbeit, und sie wiederholt sich bei jedem Objekt. Die fünf Zeitfresser des Maklerbüros stehen in [Die fünf Zeitfresser bei Maklern](/wissen/zeitfresser-makler), das Aufbereiten der Exposés ist einer davon.

Für Bild- und Videoauswertung in Menge setzen wir Gemini ein. Für lange Unterlagen mit Fundstelle nehmen wir ein anderes Modell. Die Arbeitsteilung steht im [Vergleich von Claude, ChatGPT, Copilot und Mistral](/wissen/vergleich-claude-chatgpt-copilot-mistral).

## 03 Aufgabe 1: Objektfotos ordnen und beschriften

Gemini bekommt alle Fotos eines Objekts in einem Aufruf und ordnet jedes einem Raum zu: Küche, Wohnen, Schlafzimmer, Bad, Balkon, Keller, Aussenansicht. Es schlägt eine Reihenfolge fürs Exposé vor und schreibt zu jedem Bild eine kurze, sachliche Beschriftung. Aufnahmen, die fast gleich sind, markiert es als Dubletten. Und es meldet, welcher Raum aus der Objektbeschreibung auf keinem Foto zu sehen ist.

Die Grenze: Gemini sieht, was auf dem Bild ist, nicht was es bedeutet. Ob ein Raum ein Zimmer im Sinn der Ausschreibung ist oder ein Abstellraum mit Fenster, entscheidet der Makler anhand der Pläne.

## 04 Aufgabe 2: Bilder vor der Veröffentlichung prüfen

Fotos aus bewohnten Objekten zeigen oft mehr, als sie sollen: Namen am Briefkasten, Familienfotos, Post auf dem Küchentisch, das Autokennzeichen vor der Garage, Gesichter in einem Spiegel. Gemini kann Objekte im Bild erkennen und ihre Lage als Rahmen angeben. Wir lassen damit jedes Foto vor dem Upload auf solche Stellen prüfen. Das Ergebnis ist eine Liste: welches Bild, welche Stelle, welcher Grund.

Die Grenze: Die Prüfung ist ein zweites Paar Augen, kein Filter, der garantiert alles findet. Unkenntlich macht die Stelle ein Mensch oder ein Bildwerkzeug, und wer das Inserat freigibt, schaut das Bild selbst noch einmal an.

## 05 Aufgabe 3: das Rundgangvideo auswerten

Viele Makler filmen bei der Erstbesichtigung mit dem Handy. Gemini verarbeitet Video mit Tonspur und kann auf Stellen im Video mit Zeitstempel verweisen. Aus einem Rundgang wird so eine Liste: bei 0:40 die Küche mit Einbaugeräten, bei 2:15 der Hinweis des Eigentümers auf die neue Heizung, bei 3:30 der Riss über der Balkontür. Was der Eigentümer beim Rundgang sagt, landet als Notiz im Dossier, mit der Stelle im Video.

Die Grenze: Was der Eigentümer sagt, ist eine Auskunft, keine Tatsache. „Die Heizung ist neu“ wird erst zur Angabe im Exposé, wenn eine Rechnung oder ein Protokoll es belegt.

## 06 Aufgabe 4: Bildbeschreibungen für Portale und Barrierefreiheit

Portale und die eigene Website brauchen zu jedem Bild einen Alternativtext. Den schreibt fast niemand von Hand. Gemini entwirft ihn aus dem Bild selbst: „Wohnzimmer mit Parkett und zwei Fenstern nach Süden“ statt „IMG_4471“. Das hilft Menschen mit Screenreader und schadet der Auffindbarkeit nicht.

Die Grenze: Die Himmelsrichtung steht nicht im Bild. Alles, was über das Sichtbare hinausgeht, kommt aus den Objektdaten, sonst bleibt es weg.

## 07 Wo Gemini im Maklerbüro aufhört

Beim Bearbeiten und Inszenieren. Gemini wertet Bilder aus. Räume virtuell möblieren oder den Himmel austauschen gehört nicht zu dem, wofür wir es einsetzen. Ein Bild, das ein Objekt anders zeigt, als es ist, gehört ohnehin nicht ins Inserat.

Bei Flächen und Grundrissen. Die Wohnfläche kommt aus der Flächenberechnung, nicht aus einem Foto und nicht aus einem abfotografierten Plan.

Beim Zustand. Ein Riss auf dem Foto ist ein Hinweis, keine Beurteilung. Ob er harmlos ist, sagt ein Fachmann, und im Zweifel gehört das in die Offenlegung gegenüber dem Käufer, nicht in eine Bildbeschriftung.

Bei den Objektunterlagen. Reglemente, Protokolle und Mietverträge liest bei uns ein Modell, das jede Aussage mit Fundstelle belegt. Wie das aussieht, steht in [Claude für Immobilienmakler](/wissen/claude-fuer-makler).

## 08 Datenstandort und die Wohnung der Verkäufer

Fotos aus bewohnten Objekten sind Aufnahmen aus einer Privatwohnung. Sie zeigen, wie Menschen leben, manchmal auch die Menschen selbst. Deshalb geben wir Gemini nur die Bilder, die für die Aufgabe nötig sind, und löschen die Zwischenstände nach der Auswertung.

Google ist ein US-Anbieter. Über Google Cloud (Vertex AI) wählen wir eine europäische Region, in der das Modell die Anfrage verarbeitet. Den globalen Endpunkt nutzen wir dafür nicht, weil Google dort keinen Verarbeitungsort zusagt. Der Sitz des Anbieters bleibt in den USA. Was das rechtlich heisst, steht in [US-Anbieter und Datenstandort](/wissen/datenstandort-und-us-anbieter).

Zum Training: Nach den Bedingungen der Gemini-API verwendet Google Eingaben bei bezahlten Diensten nicht zur Verbesserung seiner Produkte. Für Nutzer in der Schweiz, der EU und im Vereinigten Königreich gelten diese Bedingungen auch dann, wenn ein Dienst kostenlos ist. Anders ist es in der privaten Gemini-App: Dort können je nach Einstellung Menschen Unterhaltungen lesen, und Google nutzt sie zur Verbesserung. Objektfotos gehören deshalb nicht in private Konten.

## 09 Was der Betrieb voraussetzt

- **Die Fotos an einem Ort pro Objekt.** Ein Ordner im Dossier oder im CRM, nicht verteilt auf die Handys von drei Mitarbeitenden.
- **Ein Google-Cloud-Projekt oder ein Workspace-Konto des Büros**, keine privaten Konten. Für die Auswertung in Menge läuft Gemini über die Schnittstelle, in einer europäischen Region.
- **Eine Maklersoftware mit Schnittstelle**, damit Reihenfolge, Beschriftungen und Prüfliste dort ankommen, wo das Exposé entsteht. Welche wir anbinden, steht auf [KI für Immobilienmakler](/branchen/makler).
- **Ein Freigabeschritt vor jedem Upload.** Kein Bild geht ungesehen auf ein Portal.
- **Eine Regel für das Team**, welche Werkzeuge mit Fotos aus Kundenwohnungen benutzt werden dürfen. Eine Vorlage steht in [Was in eine interne KI-Richtlinie gehört](/wissen/ki-richtlinie-vorlage).

## 10 Wie das in einem Workflow aussieht

Der Fotograf oder der Makler legt die Bilder im Dossier ab. Der Workflow gibt sie an Gemini, bekommt Raumzuordnung, Reihenfolge, Beschriftungen und die Liste heikler Stellen zurück und legt alles ins Dossier. Der Makler sieht eine Vorschau, verschiebt, streicht und gibt frei. Erst dann gehen die Bilder an Exposé und Portale. Gemini ist darin ein Schritt, der Rest ist nachprüfbare Logik. Womit wir solche Abläufe bauen, steht in [Was ist n8n](/wissen/was-ist-n8n).

## 11 Was beim Makler bleibt

Welche Bilder ein Objekt zeigen und welche nicht, und was ein Käufer über den Zustand erfahren muss. Gemini sieht mehr Bilder in kürzerer Zeit, der Makler weiss, was sie für den Verkauf bedeuten.

## 12 Häufige Fragen

### Kann Gemini unsere Fotos auch verbessern?

Dafür setzen wir es nicht ein. Belichtung und Zuschnitt macht der Fotograf oder ein Bildprogramm. Gemini sortiert, beschreibt und prüft.

### Erkennt Gemini zuverlässig alle Gesichter und Namen auf den Fotos?

Nicht mit Garantie. Es findet vieles, was einem Menschen beim zwanzigsten Foto entgeht. Die letzte Durchsicht vor dem Upload bleibt trotzdem beim Menschen.

### Wir arbeiten mit Microsoft 365. Geht das trotzdem?

Ja. Für die Bildauswertung läuft Gemini über die Schnittstelle im Workflow, nicht als Assistent im Büro. Ein Google-Konto für jeden Mitarbeitenden braucht es dafür nicht.

### Werden unsere Objektfotos zum Training verwendet?

Über die bezahlte Schnittstelle nach den Bedingungen von Google nicht, und für Nutzer in der Schweiz gelten diese Bedingungen ohnehin. In der privaten Gemini-App hängt es von den Einstellungen ab.

## Quellen

- Google AI for Developers: [Image understanding](https://ai.google.dev/gemini-api/docs/image-understanding)
- Google AI for Developers: [Video understanding](https://ai.google.dev/gemini-api/docs/video-understanding)
- Google AI for Developers: [Gemini API Additional Terms of Service](https://ai.google.dev/gemini-api/terms)
- Google Cloud: [Deployments and endpoints](https://docs.cloud.google.com/vertex-ai/generative-ai/docs/learn/locations)
- Google: [Gemini Apps Privacy Hub](https://support.google.com/gemini/answer/13594961)
