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Gemini für Projektentwickler

Was Gemini einer Projektentwicklung abnimmt: Baufortschritt aus Foto- und Drohnenreihen für Berichte aufbereiten, Bestandsobjekte beim Ankauf sichten. Und wo die Bilder nichts beweisen.

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Was Gemini einer Projektentwicklung abnimmt: Baufortschritt aus Foto- und Drohnenreihen für Berichte aufbereiten, Bestandsobjekte beim Ankauf sichten. Und wo die Bilder nichts beweisen.

01 Kurz gesagt

Eine Projektentwicklung sammelt über Jahre Bilder: Drohnenflüge über das Grundstück, Fotos der Bauherrenvertretung, Aufnahmen aus der Begehung eines Bestandsobjekts vor dem Kauf. Gemini ist das Modell, das wir für die Auswertung solcher Bildmengen einsetzen. Es ordnet Aufnahmen, beschreibt Veränderungen zwischen zwei Terminen und bereitet Bildteile für Berichte an Gesellschafter und Bank vor. Den Baufortschritt in Prozent, die Kostenprognose und die Bewertung eines Objekts liefert es nicht.

02 Wo die Woche eines Entwicklers an Bildern hängt

Ein Projektentwickler baut meist nicht selbst. Er steuert, und er berichtet: an Gesellschafter, an die finanzierende Bank, an Investoren, oft in unterschiedlicher Form. In jeden dieser Berichte gehört ein Bild vom Stand der Dinge. Heute sucht jemand dafür die passenden Aufnahmen aus einem Ordner, der jeden Monat wächst, und beschreibt, was sich seit dem letzten Bericht verändert hat. Die fünf Zeitfresser dieser Rolle, darunter das Bauen von Reports, stehen in Die fünf Zeitfresser bei Projektentwicklern.

Für Bildmengen setzen wir Gemini ein, für lange Verträge und Due-Diligence-Ordner ein Modell, das jede Aussage mit Fundstelle belegt. Warum, steht im Vergleich von Claude, ChatGPT, Copilot und Mistral.

03 Aufgabe 1: zwei Stände vergleichen

Gemini bekommt die Drohnen- oder Fotoreihe vom letzten und vom aktuellen Monat und beschreibt, was sich sichtbar verändert hat: Aushub abgeschlossen, Bodenplatte des zweiten Baufelds betoniert, Kran am Nordrand abgebaut, Fassadengerüst am Haus B bis zum dritten Obergeschoss. Das Ergebnis ist ein Textbaustein pro Baufeld, dazu die zwei Bilder, auf die er sich stützt.

Die Grenze: Gemini beschreibt, was von oben oder von aussen zu sehen ist. Innenausbau, Haustechnik und alles unter der Plane bleibt unsichtbar. Den Stand gegenüber dem Terminplan meldet der Generalunternehmer, nicht die Drohne.

04 Aufgabe 2: Bildteil für den Bericht an Bank und Gesellschafter

Aus einem Monatsordner mit Hunderten Aufnahmen wählt Gemini Kandidaten für den Bericht aus: je Baufeld eine Übersicht, dazu Bilder, die eine Veränderung zeigen, keine Dubletten, keine verwackelten Aufnahmen. Es schlägt Bildunterschriften vor, die zum Textbaustein aus Aufgabe 1 passen. Für die Bank kann dieselbe Auswahl knapper ausfallen als für die Gesellschafter.

Die Grenze: Ein Bericht an die Bank hat Gewicht. Welche Bilder hineinkommen und was darunter steht, verantwortet die Projektleitung. Ein Bild, das mehr Fortschritt zeigt als es gibt, ist ein Problem, keine Darstellungsfrage.

05 Aufgabe 3: den Bestand beim Ankauf sichten

Vor dem Kauf eines Bestandsobjekts kommt eine Begehung, oft mit Hunderten Fotos und einigen Videos. Gemini ordnet sie nach Gebäudeteil und Geschoss, beschreibt, was es sieht, und markiert Auffälliges: Feuchteflecken im Untergeschoss, alte Elektroverteilung, Flachdach mit stehendem Wasser. In Videos verweist es auf die Stelle mit Zeitstempel. Daraus entsteht eine Liste von Punkten, die der Gutachter oder der Bauingenieur gezielt anschauen soll.

Die Grenze: Auffällig ist nicht gleich mangelhaft. Ob ein Fleck ein Schaden ist und was seine Behebung kostet, beurteilt ein Fachmann vor Ort. Die Liste lenkt seinen Blick, sie ersetzt sein Gutachten nicht.

06 Aufgabe 4: Marktberichte mit Grafiken lesen

Viele Unterlagen, die ein Entwickler liest, bestehen zur Hälfte aus Grafiken: Marktberichte von Banken und Beratern, Studien zu Leerständen, Präsentationen von Investoren. Gemini liest PDF-Dateien mit Bildern, Diagrammen und Tabellen, nicht nur ihren Text. Es kann also sagen, was eine Kurve zeigt, und nicht nur, was die Bildunterschrift behauptet.

Die Grenze: Eine Zahl, die aus einem Diagramm abgelesen wurde, ist eine Schätzung. Wo eine Zahl in einen Antrag oder ein Investment-Memo geht, holt jemand sie aus der Tabelle der Quelle, nicht aus dem Bild.

07 Wo Gemini in der Projektentwicklung aufhört

Beim Baufortschritt in Prozent. Leistungsstand und Zahlungsplan hängen an Abrechnungen und Abnahmen, nicht an Luftbildern.

Bei Kosten und Fristen. Kostenabweichungen und verschobene Meilensteine kommen aus Controlling und Terminplan. Dort erkennt ein Workflow sie, mit Regeln, die man nachprüfen kann, nicht ein Bildmodell.

Bei langen Verträgen. Kaufverträge, Totalunternehmerverträge und Due-Diligence-Berichte liest bei uns ein Modell, das die Fundstelle nennt.

Bei Plänen im Original. DWG-, IFC- oder andere CAD-Dateien sind kein Bild. Was im Plan steht, sagt die Planung.

08 Datenstandort: Luftbilder und Investorenunterlagen

Zwei Dinge sind in der Projektentwicklung heikel. Drohnenaufnahmen zeigen fast immer mehr als das eigene Grundstück: Nachbargärten, Terrassen, manchmal Menschen. Und Berichte an Bank und Investoren enthalten Zahlen, die vor dem Verkauf niemand sehen soll. Wir geben Gemini deshalb nur die Bilder, und die Zahlen bleiben im Controlling.

Google ist ein US-Anbieter. In Google Cloud (Vertex AI) läuft die Anfrage in einer europäischen Region, die wir wählen. Den globalen Endpunkt meiden wir, weil Google dort keinen Ort der Verarbeitung zusagt. Welche Modelle in welcher Region angeboten werden, führt Google in einer Liste. Der Sitz des Anbieters bleibt in den USA, was das heisst, steht in US-Anbieter und Datenstandort.

Zum Training: Bei bezahlten Diensten der Gemini-API verwendet Google Eingaben und Antworten nach seinen Bedingungen nicht zur Verbesserung seiner Produkte. Für Nutzer in der Schweiz gilt diese Regel auch bei kostenlosen Diensten. Die private Gemini-App folgt anderen Regeln, dort können Unterhaltungen von Menschen gelesen werden. Was das Schweizer DSG verlangt, steht in KI unter Schweizer Datenschutzrecht einsetzen.

09 Was der Betrieb voraussetzt

  • Eine Bildablage je Projekt mit Datum. Drohnenflüge und Fotos müssen einem Termin und einem Baufeld zuzuordnen sein, sonst gibt es nichts zu vergleichen.
  • Ein Google-Cloud-Projekt in einer europäischen Region, eingerichtet auf das Unternehmen, nicht auf eine Person.
  • Eine Regel für Drohnenflüge, die auch festhält, was mit Aufnahmen von Nachbargrundstücken geschieht.
  • Einen Freigabeschritt vor jedem Bericht, der das Haus verlässt.
  • Eine interne Richtlinie, welche Unterlagen in welches Werkzeug dürfen. Eine Vorlage steht in Was in eine interne KI-Richtlinie gehört.

10 Gemini im Berichtsablauf

Der Bericht an Gesellschafter und Bank setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: Zahlen aus dem Controlling, Termine aus dem Terminplan, offene Punkte aus den Protokollen, Bilder aus der Ablage. Ein Workflow holt diese Teile zusammen und legt einen Entwurf an. Gemini liefert darin den Bildteil und die Beschreibung der Veränderung. Die Projektleitung prüft und gibt frei. Das ist Prozess 03 auf KI für Projektentwickler. Womit wir solche Abläufe bauen, steht in Was ist n8n.

11 Was beim Entwickler bleibt

Was der Bank gemeldet wird, wann ein Objekt gekauft wird und welches Risiko man eingeht. Gemini sieht die Bilder, die Projektleitung kennt den Vertrag dahinter.

12 Häufige Fragen

Kann Gemini den Baufortschritt messen?

Beschreiben ja, messen nein. Für Leistungsstand und Zahlungen gelten Abrechnungen und Abnahmen.

Wir haben keine Drohne. Lohnt es sich trotzdem?

Die Aufgabe funktioniert auch mit Fotos, die bei jeder Begehung vom selben Standort aus gemacht werden. Wichtig ist, dass Datum und Baufeld mitkommen.

Reicht Gemini für die Due Diligence?

Für den Bildteil der Begehung ja. Verträge, Mietverhältnisse und Gutachten gehören in ein Modell, das die Fundstelle belegt, und am Ende zu den Fachleuten.

Wo werden die Drohnenbilder verarbeitet?

In der europäischen Region von Google Cloud, die wir für das Projekt festlegen. Der Anbieter bleibt Google mit Sitz in den USA.

Quellen

Beschreiben Sie einen Prozess. Wir sagen Ihnen, ob sich die Automatisierung lohnt – auch wenn die Antwort Nein ist.

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