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Perplexity für Projektentwickler

Was Perplexity einer Projektentwicklung abnimmt: Standorte vorab recherchieren, Planungsgeschäfte der Gemeinden beobachten, Marktberichte finden. Jede Aussage mit Quelle, keine als Entscheidungsgrundlage.

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Was Perplexity einer Projektentwicklung abnimmt: Standorte vorab recherchieren, Planungsgeschäfte der Gemeinden beobachten, Marktberichte finden. Jede Aussage mit Quelle, keine als Entscheidungsgrundlage.

01 Kurz gesagt

Perplexity ist ein Recherchewerkzeug mit Quellenangaben. In der Projektentwicklung hilft es in der frühen Phase, wenn ein Grundstück angeboten wird und die Frage lautet, ob sich ein genauerer Blick lohnt: Was sagt die Zonenordnung, was plant die Gemeinde, welche Projekte laufen in der Nähe, was schreiben die Marktberichte über die Region. Es liefert eine belegte Vorrecherche, keine Machbarkeitsstudie. Über die Schnittstelle kann es Planungsgeschäfte einer Gemeinde auch laufend beobachten.

02 Wo die Recherche in der Projektentwicklung hängt

Bevor ein Entwickler Geld für Architekten und Gutachter ausgibt, sortiert er Angebote aus. Dafür braucht er viele kleine Antworten aus öffentlichen Quellen, und jede Gemeinde publiziert anders. Später im Projekt kommt die Beobachtung dazu: Revidiert die Gemeinde ihre Bau- und Zonenordnung, liegt ein Gestaltungsplan in der Nachbarschaft auf, ändert sich eine kantonale Vorgabe. Unterlagen suchen und Fristen im Blick behalten gehören zu den Zeitfressern in Die fünf Zeitfresser bei Projektentwicklern.

Perplexity steht nicht im Vergleich von Claude, ChatGPT, Copilot und Mistral. Die vier dort arbeiten mit Ihren Dokumenten. Perplexity sucht, was ausserhalb davon öffentlich steht.

03 Aufgabe 1: die Vorrecherche zu einem Grundstück

Ein Grundstück wird angeboten, mit Adresse und Parzellennummer. Perplexity stellt zusammen, was öffentlich zu finden ist: die Zone nach der Bau- und Zonenordnung, laufende Revisionen, bekannte Sondernutzungspläne in der Umgebung, Vorgaben der Gemeinde zu Mehrwertausgleich oder preisgünstigem Wohnraum, dazu Nachrichten über Vorhaben in der Nähe. Jeder Punkt kommt mit Link. In Deutschland entsprechen dem Bebauungsplan und Flächennutzungsplan.

Die Grenze: Rechtsverbindlich ist der Plan im Geoportal oder beim Bauamt, nicht eine Zusammenfassung davon. Zahlen wie Ausnützungsziffer oder Geschosszahl holt jemand aus dem Originaldokument, bevor sie in eine Kalkulation gehen.

04 Aufgabe 2: Planungsgeschäfte der Gemeinde beobachten

Über die Schnittstelle von Perplexity lässt sich eine Suche auf bestimmte Seiten beschränken, bis zu zwanzig Domains. Ein Workflow fragt damit jede Woche die Websites der Gemeinden, in denen der Entwickler Projekte oder Landreserven hat, und das kantonale Amtsblatt nach neuen Planungsgeschäften ab: öffentliche Auflagen, Revisionen, Abstimmungen über Zonenpläne. Die Antwort kommt mit den Links zu den Quellen zurück. Neues landet als Meldung bei der Projektleitung.

Damit die Meldung nicht jede Woche dieselben Treffer wiederholt, vergleicht der Workflow die Links mit denen der Vorwoche und meldet nur, was dazugekommen ist. Die Schnittstelle liefert zu jeder Quelle Titel, Link und, soweit bekannt, ein Datum. Danach lässt sich sortieren, und alte Publikationen, die eine Suche immer wieder hochspült, fallen heraus.

Die Grenze: Die Beobachtung findet, was auffindbar publiziert ist. Eine Einsprachefrist, die nur im gedruckten Anzeiger steht, entgeht ihr. Für Fristen, die über ein Projekt entscheiden, braucht es zusätzlich den direkten Draht zur Gemeinde.

05 Aufgabe 3: Konkurrenzprojekte und Marktberichte finden

Welche Wohnprojekte sind in der Region in Planung oder im Verkauf, und was sagen die öffentlich verfügbaren Marktberichte von Banken und Beratern über Leerstand und Nachfrage? Perplexity findet solche Berichte und Projektwebsites und fasst zusammen, mit Link. Für ein Investitionskomitee ist das ein Anfang, keine Grundlage.

Die Grenze: Marktberichte sind Einschätzungen ihrer Herausgeber, und Perplexity fasst sie zusammen, ohne sie zu gewichten. Eine Zahl daraus gehört mit Quelle, Herausgeber und Datum in ein Memo, nicht als eigene Aussage.

06 Aufgabe 4: interne Ablage und Web in einer Frage

Mit einem Enterprise-Konto kann Perplexity auch Dateien aus angebundenen Ablagen durchsuchen, etwa aus SharePoint, OneDrive oder Google Drive. Dann lässt sich fragen, was im eigenen Protokoll zum Gestaltungsplan steht und was die Gemeinde seither publiziert hat. Nach Perplexity gelten dabei die Berechtigungen der Ablage: Wer eine Datei dort nicht öffnen darf, sieht ihren Inhalt auch in Perplexity nicht.

Die Grenze: Für lange Verträge und Due-Diligence-Ordner, bei denen jede Aussage eine Seitenangabe braucht, setzen wir ein Modell ein, das dafür gebaut ist. Perplexity ist dort ein Suchwerkzeug, kein Prüfwerkzeug.

07 Wo Perplexity in der Projektentwicklung aufhört

Bei der Machbarkeit. Wie viel sich auf einem Grundstück bauen lässt, rechnet ein Architekt auf Grundlage der geltenden Pläne, nicht eine Websuche.

Bei Grundbuch und Dienstbarkeiten. Was auf einem Grundstück lastet, steht im Grundbuch, nicht im Web.

Bei vertraulichen Informationen über Verkäufer und Mitbewerber. Recherchen über Personen und nicht öffentliche Geschäfte bauen wir nicht.

Bei Zahlen für die Finanzierung. Wenn eine Bank Annahmen zu Mieten oder Absorption sehen will, verlangt sie die Quelle selbst, mit Herausgeber und Stand. Eine Zusammenfassung aus einer Suchantwort genügt dafür nicht.

Bei Kosten und Terminen des eigenen Projekts. Die kommen aus Controlling und Terminplan. Abweichungen erkennt ein Workflow mit festen Regeln.

08 Datenstandort: was eine Suchanfrage verrät

Eine Suchanfrage zu einer Parzelle verrät, dass sich jemand für diese Parzelle interessiert. Solange ein Ankauf vertraulich ist, gehört die Parzellennummer deshalb nicht in ein privates Konto. Wir führen solche Recherchen über ein Firmenkonto oder die Schnittstelle, und die Anfragen nennen das Gebiet, nicht den Verkäufer.

Perplexity AI hat seinen Sitz in den USA. Nach Angaben von Perplexity werden die Daten von Enterprise-Konten nicht zum Training verwendet, und Vereinbarungen mit den Anbietern der Modelle, die Perplexity einsetzt, schliessen das Training auch dort aus. In einer Sitzung angehängte Dateien löscht Perplexity bei Enterprise-Konten nach sieben Tagen. Was ein US-Anbieter für Ihre Daten bedeutet, steht in US-Anbieter und Datenstandort, was das DSG verlangt, in KI unter Schweizer Datenschutzrecht einsetzen.

09 Was der Betrieb voraussetzt

  • Ein Enterprise-Konto oder die Schnittstelle, keine privaten Konten für Ankaufsrecherchen.
  • Eine Liste der Gemeinden und amtlichen Quellen, die beobachtet werden sollen.
  • Aufgeräumte Berechtigungen in der Ablage, bevor sie an Perplexity angebunden wird.
  • Eine Regel, dass Zahlen aus der Recherche mit Quelle in Memos gehen, nie als eigene Angabe.
  • Eine interne Richtlinie, was in welches Werkzeug darf. Eine Vorlage steht in Was in eine interne KI-Richtlinie gehört.

10 Perplexity im Ablauf der Projektentwicklung

Die wöchentliche Beobachtung der Gemeinden läuft als Workflow: Abfrage über die Schnittstelle, Abgleich mit der Vorwoche, Meldung nur bei Neuem, mit Link. Die Vorrecherche zu einem angebotenen Grundstück startet, wenn es in der Pipeline angelegt wird. Beides fliesst in die Übersichten, die auf KI für Projektentwickler beschrieben sind. Womit wir solche Abläufe bauen, steht in Was ist n8n.

11 Was beim Entwickler bleibt

Ob ein Grundstück gekauft wird und zu welchem Preis. Perplexity findet, was öffentlich ist, der Entwickler trägt das Risiko.

12 Häufige Fragen

Ersetzt Perplexity den Blick ins Geoportal?

Nein. Es findet die Quellen und fasst sie zusammen. Verbindlich ist der Plan im Geoportal oder beim Bauamt.

Kann Perplexity Einsprachefristen für uns überwachen?

Es kann publizierte Auflagen finden und melden. Eine Garantie, dass keine Frist übersehen wird, gibt es nicht. Wichtige Fristen gehören zusätzlich in den eigenen Kalender.

Sieht Perplexity unsere ganze Ablage?

Nur die Ordner, die angebunden werden, und darin nur, was die fragende Person auch in der Ablage öffnen darf.

Warum nicht einfach ChatGPT mit Websuche?

Für eine einzelne Frage geht das auch. Perplexity nutzen wir, wo die Quellenangabe der Kern ist und wo ein Workflow die Suche über die Schnittstelle auf bestimmte Seiten eingrenzen soll.

Quellen

Beschreiben Sie einen Prozess. Wir sagen Ihnen, ob sich die Automatisierung lohnt – auch wenn die Antwort Nein ist.

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